15. Februar 2008

MDR1-Gendefekt bei Collies und anderen brit. Hütehunden

Bei Collies, Bobtails und verschiedenen anderen Hütehunden liegt bei etlichen Tieren ein MDR1-Gendefekt vor, bei dem u.a. die Bluthirnschranke von Medikamenten überwunden werden kann. Ausserdem wird durch einen Defekt des MDR1-Transporters im Blut Medikamenten- und ggf. Narkosenmittelabbau nur unzureichend bis gar nicht durchgeführt. Dies führt unter anderem zu Schwierigkeiten bei Medikamentenverabreichung, wie etwa Wurmkuren, Herzmitteln, Durchfallpräparaten etc.

Bei funktionsfähigen MDR1-Transportern im Blut erkennt dieser den Fremdstoff, der in eine Zelle eindringt, z.B. Medikament, und schleust diesen wieder ins Blut aus. Geschieht dies nicht, kann es zu einer Anreicherung des Wirkstoffs im Organismus kommen. Es gibt verschiedene MDR1-Genotypen, dies ist nur eines der möglichen Probleme.

Wer mehr darüber erfahren möchte und seinen Hund ggf. testen lassen möchte, sollte mal diese Website der Uni Giessen besuchen.

Aufgrund einer nötigen Operation habe ich gestern mit Herrn Dr. Geyer von der Uni Giessen gemailt/telefoniert und mich entschlossen, vor der OP erstmal meinen Hund auf MDR1-Genotyp untersuchen zu lassen. Das Blut ist momentan auf dem Weg zum Testlabor in Giessen, sobald ich das Ergebnis habe, werde ich diesen Beitrag hier editieren.

Website Informationen MDR1-Gendefekt bei brit. Hütehunden der Uni Giessen / Herr Dr. Geyer

Edit:

Die Auswertung des Bluttests ergab MDR1 +/- Genotyp. Das bedeutet heterozygot, ist also von einem Elternteil an ihn vererbt, er kann den Gen-Defekt weitervererben, aber Unverträglichkeiten sollten, wenn auch nicht ganz auszuschliessen, nicht vorkommen. Es wär mir lieber gewesen, der Defekt wäre gar nicht nachzuweisen gewesen, aber immerhin ist es nicht das schlechtest Ergebnis, hätte schlimmer sein können.. ach ja.. wär nur die OP schon vorbei.

Edit, once again:

So, die OP ist nun 10 Tage vorbei. Die ersten zwei waren nicht so toll. Der TA hat sich für mehr Beruhigungsmittel und weniger Narkose entschieden. Die Entscheidung fand ich angesichts der Collie-Narkose-Empfindlichkeiten sehr gut getroffen! Allerdings war der Hund 1 1/2 Tage fast nur am Schlafen. Alles ist gut überstanden soweit, er ist auch schon wieder fit, aber die Schwellung wir wohl noch einige Zeit anhalten… Schaut alles grösser aus als vorher. Aber immerhin war es trotzalledem die beste Wahl. Nun fühl ich mich auch wieder wohler, der Hund ist (hoffentlich) wieder okay – was braucht man mehr?? ;)

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