Collie-Gesundheit

Angeblich gibt es Ähnlichkeiten zwischen Hunden und Besitzern... Glaub ich nicht ;-))

Medikamenten/Narkose-Empfindlichkeit beim Collie - u.a. Thema bei Entwurmungen:
Im Bereich "Futter" bin ich schon einmal darauf eingegangen, hier noch mal etwa detallierter, weil das Thema so wichtig ist:

Collies, Bobtails und andere britische Hütehunde haben eine Empfindlichkeit gegen verschiedenen Arzneimittelwirkstoffe, u.a.  Ivermectin, Morphinen etc, die bei den Rassen zu starken Vergiftungserscheinungen bis hin zum Tod führen kann!!

Diese Empfindlichkeit steht laut einer laufenden Studie der Uni Giessen in Zusammenhang mit einem Gen-Defekt in der Blut-Hirn-Schranke. Medikamente können diese passieren und schwere Nebenwirkungen auslösen. Des Weiteren findet eine Wirkstoff-Anreicherung im Organismus statt, die unkontrollierbare Folgen für das Tier haben kann. Nicht alle, aber viele Collies haben diesen angeborenen Defekt, dieser teilt sich in drei verschiedene Genotypen ein. (Mein eigener Hund ist MDR1 +/-).

MDR1 +/+      --> kein Gendefekt nachweisbar, Unverträglichkeiten aus anderen Ursachen sind aber nicht ganz auszuschliessen.

MDR1 +/-       --> Merkmalsträger, Gendefekt kann vererbt werden, unerwünschte Arzneimittelnebenwirkungen sind unwahrscheinlich, aber nicht komplett auszuschliessen.

MDR1 -/-       --> Gendefekt MDR1 vorhanden, Medikation, auch kurzfristig, sowie Narkosen nur unter strengen Vorsichtsmassnahmen. Missachtung kann zum (sofortigen) Tod des Tieres führen!! Nur in Tierkliniken operieren lassen, mindestens 2 Tierärzte, wovon einer (Anästäsist) die Atemfrequenz ständig im Auge behält.

Bei Tierärzten hört man oft das Argument, IVOMEC mit diesem Wirkstoff sei ja ohnehin nur bei Pferden, Schweinen und Rindern zugelassen. Dies stimmt zwar, aber auch andere Mittel enthalten Wirkstoffverwandte von Ivermectin, die diese schlimmen Reaktionen auslösen können.

Bitte geben Sie Ihren Collies NIE ein Mittel mit folgenden Inhaltsstoffen, wenn Sie nicht durch eine Blutuntersuchung die Gewissheit haben, dass kein Gendefekt bei Ihrem Tier vorliegt!!! Ggf. weisen Sie den TA auf die Studie der Universität Giessen hin!

Mehr detaillierte Informationen finden sich hier:

Website Forschungsgruppe Uni Giessen MDR1 - Gendefekt bei brit. Hütehunden

Hier findet Ihr auch das Auftragsformular für den unkomplizierten Bluttest (derzeit 86,- Euro Kosten / Februar 2008)

Aktuelle Wirkstoffliste:

--> Wirkstoffliste Uni Giessen

Wer genauere Informationen über die Studie möchte bzw. wer eine Blutprobe seines Hundes senden möchte, wendet sich bitte an nachstehende Adresse:

Institut für Pharmakologie und Toxikologie
Mitarbeiter:
Prof. Dr. Dipl. oec. troph. Joachim Geyer
Tierarzt José Godoy
Dipl. oec. troph. Barbara Döring
Prof. Dr. med. vet. Ernst Petzinger
Frankfurter Strasse 107
D-35392 Giessen
Tel.: 0641 / 99 38 404
e-mail: Joachim.M.Geyer @ vetmed.uni-giessen.de
(Achtung: Bei der Mailadresse bitte die Leerzeichen vor und nach dem "@" entfernen, diese Schreibweise dient nur dem Spamschutz. Ein Lob an dieser Stelle für Herrn Prof. Geyer, der superschnell und nett auf alle Fragen antwortet!)

Ich wünsche Euren Tieren viel Gesundheit und hoffe hiermit etwas zum besseren "Bekanntwerden" des Sachverhalts beigetragen zu haben!